Ich sitze nun in der letzten Vortragssitzung vor dem letzten Keynote und Konferenzende. Ich denke aber, das wird noch einmal interessant, Thema ist “MC/V14: Vorträge Benutzermodellierung und Adaptivität”, der Erste Vortrag wird von Anja Naumann von den Deutsche Telekom Laboratories gehalten und behandelt die Klassifikation von Benutzertypen.
Es geht um eine Benutzerklassifikation mit Fokus auf Usabilityanforderungen.

Okay, der erste Vortrag ist fast vorbei, es war nicht ganz so spannend wie gedacht, kein überraschendes Ergebnis der Untersuchung, eine ähnliche Aufsplittung der Benutzer hatte ich so erwartet.
Interessant waren dann die eigenen Aussagen zur Usability der einzelnen Benutzer, später kategorisiert in die Benutzergruppen. Einiges zwar auch offensichtlich, wieder Benutzertyp, der aus der “PC-Spiel-Ecke” kommt relativ gute Kompetenzen und ein hohes Interesse hat, aber der Spaß und die Attraktivität der Geräte/Oberflächen im Vordergrund steht.
Die Auswertung - so sie einmal öffentich zugänglich wird, sollte man sich aber schon einmal ansehen.

Der zwiete Vortrag von Stefan Hesse von der TU Dresden beginnt nun. Es soll nun also um “Client-seitige Adaption webbasierter Anwendungen mit Ajax”. Hinterher mehr.

Wollte ich Moni eigentlich vorher wünschen. Hab ich vorher leider nicht mehr geschafft, aber den Vortrag habe ich noch gehört. Für mich war es nicht so viel neues, da ich ja weiß was Moni auf Arbeit so treibt und selbst schon einen ihrer Usability-Tests mitgemacht habe.
Sie hat kurz erläutert, was sie Testen, in welchem Rhythmus getestet wird und kurz angerissen, wie ausgewertet wird. Auch die Fragen hat sie souverän beantwortet. Ein bisschen Nervosität hat man bei ihr schon gemerkt, aber das ist ja normal. Nichts desto trotz war ihr Bammel davor unbegründet und sie wurde nicht zerrissen. :)
Mal schauen, was die weiteren Vorträge der Reihe UP/V15: Methoden und Prozesse bringen.

Es ist schon wieder viel später, als eigentlich für den Tagesbericht geplant, aber was soll’s. Ich hoffe, er wird nicht wieder so lang wie der gestrige, ich versuche aber wieder den Tag chronologisch abzuarbeiten.

Die Keynote am morgen. 9:00 bis 10:20 hielt Gilbert Cockton, ein Professor an der Universität von Sunderland.
Thema wie gesagt “Load while Aiming; Hit?” als Metapher… es gibt nicht so viel zu sagen, man kann vielleicht kurz zusammenfassen, dass Usability kein Selbstzweck ist sondern der Weg zum Ziel. Ziel ist auch nicht etwas aus Usabilitysicht perfekt zu machen sondern “usable enough”. Er unterscheidet zwischen Value und Worth, wobei er sagt “worth is the benefit of value over costs”. Er vertritt Worth-Centered-Development hat auch ein Instrument hierfür entwickelt. Wenn ich das richtig verstanden habe, ein auf High Value Maps, einer Methode aus der Psychologie, basierendes Konzept der “Worth Maps”.
Sein Schluss war die Erkenntnis, dass die Geschützsstandanalogie falsch oder schlecht sei sondern das Bogenschießen ehr eine bessere Beschreibung abgibt. Dort zielt man auch, während man läd, danach schießt man und guckt, ob getroffen wurde.

Zweiter Block, 11:00 bis 12:30, Barierefreie Systeme.
Wie heute nachmittag schon beschrieben, der erste Vortrag von Michael Sengpiel von der Humboldt Universitär Berlin. Das beschriebene Messverfahren für die “Computer Literacy” basiert auf einem Testbogen, bei welchem verschiedenen allgemeinen Symbolen die >Funktionen zugeordnet werden sollen. Hierbei gab es verschiedene Testreihen unter älteren und jüngeren Probanden und gleichzeitig auch eine Bestimmung der normalen Computererfahrung und Nutzungszeiten etc. Die Ergebnisse waren wie erwartet bei den jüngen höher bzw deutlich besser. Nachdem der Projektgegenstand des ALISA Projekts in dem Herr Sengpiel arbeitet untersucht wurde, wurde bei der Auswertung der Ergebnisse erkannt, dass der beste Indikator mit der höchsten Signifikanz eben die allgemeine Computer Literacy ist. Diese ließ sich dann im Versuch aufgabenspezifisch durch ein kurzes Schulungsvideo für den getesteten Sachverhalt verbessern und somit erreichten auch ältere Menschen deutlich bessere Versuchsergebnisse. Schönen Gruß hierbei an Herrn Höhne, der mich im letzten Semester mit Statistik erfreut hat, dadurch habe ich die Auswertungen tatsächlich nachvollziehen können. Sag noch mal einer, was man in der Uni lernt braucht man nicht.
Zum zweiten Vortrag, “Zugang zu elektronischen Fahrplananzeigen”, von Gerhard Weber von der TU Dresden gibt es nicht viel mehr zu sagen als heute Nachmittag schon, halt ein Client/Server System zur Fahrplanauskunft mit mobilen Endgeräten und Zielgruppe körperlich behinderter Menschen und die entsprechenden Erhebungen hierzu. Ich fand den Titel nur etwas schlecht gewählt, da es ja eben nicht um den Zugang zu den elektronischen Anzeigen geht sondern um alternative Zugänge zu den Fahrplaninformationen. Bleibt nur zu sagen, so ein System hätte ich auch gern in Berlin, manchmal fahren die Bahnen nachts auch nur noch selten, da wäre es schon gut zu wissen, in wieviel Minuten die Bahn an der bestimmten Haltestelle ist. Nur Client/Server ist etwas unschön, wenn ich in 10 Städten bin oder war habe ich 10 verschiedene Clients. Warum nicht als Webservice, die Mobiltelefone sind heute alle in der Lage Webseiten anzuzeigen und einige können sie sogar mittels Screenreader vorlesen. Dann könnte man diesen Service auch für weitere Menschen öffnen. Denn nun liegt eine MMS die durch den Client versendet und ausgewertet wird zu Grunde, da sind die Datentarife auch nicht teurer.
Beim dritten Vortrag hatte ich den Eindruck, es läuft ein Wettbewerb um die längste Vortragsüberschrift. Er war betitelt mit “Ein web-service zur schnellen Erfassung graphisch repräsentierter Informationen durch visuell Beeinträchtigte” und die Titelfolie der Präsentation war fast komplett mit Titel gefüllt. Dennoch hat Gerhard Plaßmann interessante Dinge in seinem Vortrag erzählt. Es wurde ein prototypischer Webservice entwickelt. Eine Java-Applikation, die die Webseite der Tagesschau abscannt und das “Quer lesen” der Themen und die persönliche Wichtung zu simulieren und somit für Blinde eine Themenliste mit zugehörigen Artikeln zu erstellen, die Braille-kompatibel ist. Hierbei wurden auch die Struktur der Seite und PushUp-Effekte berücksichtigt und der Algorithmus hatte über 80% der Themen einer Probandengruppe korrekt als die relevantesten eingeordnet. Persönlich finde ich den Ansatz und die hintergründe der Auswahl, also “wie das funktioniert”, also die feature integration theory von Anne Treisman sehr interessant, da ich davon ja noch nie etwas gehört habe. Wahrscheinlich “tickt” Google News intern ähnlich, noch vermischt mit einer Relevanzbestimmung durch Häufigkeit über verschiedene Nachrichtenquellen. Ich sollte mich damit einmal tiefer beschäftigen, da ich denke dass durch immer größere Informationsmengen die Aufnahme von Informationen irgendwie optimiert werden muss und eben (für mich) unwichtiges wie Klatsch&Tratsch herausgefiltert werden sollte. Gerade wenn ich bedenke, wie viele Stunden ich manchmal auf Newsseiten und Tickern verbringe, um “alles interessante zu lesen”. Etwas, das da regelmäßig drüber läuft und nach Relevanz und Häufigkeit und meinen persönlichen Präferenzen sucht wäre schon sehr schön.

Dritter Block nach der Mittagspause, diesmal von 14:00 bis 15:30. Ich habe mich für eine Veranstaltung aus der Teilkonferenz DeLFI entschieden, gemeinsame Überschrift “Vertrauen und Datenschutz” bezogen auf e-Learning Systeme.
Da der Datenschutz, Datensicherheit etc ja irgendwo ein privates Interesse von mir ist, ich aber durch das Studium ja auch in e-Learningsystemen - und sei es nur der iPool des FB II der FHW, trifft es mich ja auch im Studienalltag.
Es begann Christian Eibl mit seinem Vortrag über “Vertraulichkeit persönlicher Daten in Lern-Management-Systemen”. Er untersuchte die Daten, die in gängigen Systemen wie Moodle und Ilias anfallen und stellte die Gefahren heraus, was damit möglich ist. Einiges war echt erschreckend, so konnte ein höher priveligierter User, in diesem Fall ein Lehrender sich mit einer Funktion “log in as user” als einer seiner Studierenden einloggen und somit auf das komplette Profil zugreifen, Nachrichten schreiben, private Notizen einsehen etc. In der nachfolgenden Diskussion wurde das allerdings wieder etwas relativiert, da zum einen eine ältere Version von Moodle als Negativbeispiel herangezogen wurde und zweitens eine unkonfigurierte Standardinstallation betrachtet wurde. Also ein durchaus ein wenig konstruiertes Szenario. Sicher unschön ist, dass sich dennoch viele Statistik und Logginfunktionen wohl gar nicht abschalten lassen, da sie hart codiert sind.
Der nächste Vortrag von Jan Hansen von der Hochschule Darmstadt befasste sich mit den rechtlichen Grundlagen und beleuchtete die Datenschutzproblematik begonnen bei den EU-Richtlinien bis hin zu bundeslandspezifischen Hochschulgesetzen. Allerdings aus der Sicht der Hochschulen, die bestimmte Daten erfassen wollen. Berlin ist übrigens das einzige Bundesland, das in seinem Hochschulgesetz (im §6) Regelungen zur Datenerfassung enthält. Es war im Prinzip nicht so viel neues enthalten, dennoch eine ganz gute Zusammenfassung die auch neue Schlussfolgerungen zulies.
Der dritte Vortrag, gehalten von Sybille Hambach, hatte es in sich. Thema war “Datenschutzfragen bei der Etablierung einer Arbeitsprozess-integrierten e-Learning-Lösung”. Klingt erst einmal spannend, man könnte allerdings zusammenfassend sagen, in diesem Projekt klang an “Ja, wir wissen, es gibt datenschutzrechtliche Bedenken und Probleme, bisher sind die aber noch nicht aktuell, daher schieben wir die auf die lange Bank”. Von den sozialen Aspekten mal ganz abgesehen ist das zu Grunde liegende Projekt bedenklich. Es geht wie bereits geschildert um Aposdle, einer in den Arbeitsprozess integrierten e-Learningsoftware. Damit das Konzept der Software funktionieren kann ist es allerdings nötig, sämtliche Aktivitäten am Rechner zu loggen. Richtig gelesen, SÄMTLICHE. Jeder Klick, jeder Tastendruck wird geloggt, analysiert, ausgewertet und in ein Profil übernommen anhand dessen die Software Vorschläge macht und andere bei der Problemlösung unterstützt. Was Aposdle leisten soll, wurde in einem kurzen Youtube Video (~5min) zusammengefasst. Die Idee an sich ist sehr interessant und man sollte diesen Ansatz verfolgen, aber nicht so! Ich werde mich mal schlau machen und ein bissche zu Aposdle lesen, wenn man etwas finden kann. Die Richtung ist bedenklich und bedeutet Totalüberwachung am Arbeitsplatz. Dass das die Betriebsräte der Testenden Firmen mitgemacht haben verwundert mich ehrlich gesagt. Mit einer, wie der Datenschutz im Moment realisiert wurde, sessionbezogenen Zustimmung zur Privacy Policy ist da aus datenschutztechnischer Sicht meiner Meinung nach nichts gewonnen. Ich werde da dran bleiben und meinen Senf dazu veröffentlichen. Ich bin erschreckt und beunruhigt, das so eine Totalüberwachung, wenn auch als Nebenprodukt, durch EU-Projekte gefördert wird.

Ich habe gerade zum Abschluss eine Vortragsreihe über Datenschutz und Vertrauen in e-Learningsystemen angesehen. Der letzte Beitrag behandelte “Aposdle”, eine e-Learning Umgebung für “learning at work”. Da mein Akku bald leer ist und mich heute keine Vorträge mehr ansprechen fahre ich nun nach Hause und werde dann anfangen den Tag zu rekapitulieren und die versprochenen Berichte zu schreiben.
Dann werde ich auch erklären, wieso ich nun viele Bauchschmerzen habe.

Die Vorträge zu den barrierefreien Systemen sind nun vorbei und es war sehr interessant. Sie waren alle recht theoretisch, die zu Grunde liegenden Untersuchungen und Projekte aber allesamt interessant. Auch für nicht eingeschränkte menschen, meiner Meinung nach.
Der erste Vortrag bezog sich auf “The computer literacy scale (CLS) for older adults - development and validation” und wurde von Michael Sengpiel von der Humboldt Universität gehalten. Dabei wurde ein neu entwickeltes Verfahren zur Messung der “Computerlesfähigkeit” (illiterate = Analphabet) vorgestellt. Ein ziemlich interessanter Ansatz, den wir sicher vor einem Semester für unser Semesterprojekt hätten benutzen können. Er zielt speziell auf ältere Menschen ab, die eben über eine geringe “Computer Literacy” verfügen. Ich denke, ich werde heute abend dazu mehr schreiben.
Der zweite Vortrag behandelte einen Mobilen Service für behinderte bzw. eingeschränkte Personen. Ihnen sollte ein möglichst leicht benutzbares System geboten werden, dass ihnen ermöglicht den Inhalt von elektronischen Fahrplananzeigen “auf ihr mobiles Endgerät zu holen” und - speziell bei Blinden - ihn mittels Screenreader vorlesen zu lassen.
Zum dritten nur kurz, da ich zum Mittag muss.
Er behandelte ein Modellprojekt bzw. eine Vorstudie um für sehbehinderte Menschen ein “überfliegen” von Webseiten zu implementieren. Es wurde ein Webservice als Prototyp realisiert, der die Webseite der Tagesschau abscannte und mittels eines Algorithmus die 9 relevanten Schlagworte heraussucht und xpath-links zu ihnen anbietet. Ich denke, das könnte man nicht nur als sehbehinderter Mensch brauchen. :)
Wie gesagt. Später mehr dazu, jetzt muss erst einmal mein knurrender Bauch versorgt werden.