Archiv für die Kategorie: 'Geld'

Es ist fast vorbei. Die Lehrjahre neigen sich dem Ende entgegen. Nur was danach?

Es gibt vier wichtige Dinge, die meinen weiteren Werdegang bestimmen sollen. Jedes für sich ist einfach zu fassen, nur die Kombination macht es verdammt schwer.

Ich suche derzeit den Job, mit dem ich ins Berufsleben und damit auch endlich ins richtige Leben einsteigen werde. Das Angebot ist vielfältig und meine Chancen stehen gar nicht sooo schlecht. Alles bisher kein Problem. Wenn das mal nicht nach nem dicken ABER schreit.

Zunächst der Arbeitsort: Ich liebe meine Heimatstadt Rostock. Ich möchte gerne dort bleiben. Probleme dabei: Erstens ist die Frau meiner Träume Hamburgerin und zweitens ist Mecklenburg/Vorpommern nicht gerade für hohe Löhne bekannt. Also schon einmal zwei Punkte für Hamburg und gerade mal ein Sympathiepunkt für Rostock.

Wie aber sähe mein Leben in Hamburg aus? Ich habe mich bisher nicht mit dieser Stadt anfreunden können. Die Gründe dafür sind vielschichtig und einiges davon könnte sich bestimmt erledigen, wenn ich erstmal da wohne. Aber alles in allem ein dicker Sympathie-Minuspunkt für Hamburg. Dazu kommt, dass die Hansestadt an der Elbe verdammt teuer ist. Gut - das wird durch höhere Verdienste wahrscheinlich wieder aufgefangen und es bleibt trotzdem am Ende mehr übrig. Fassen wir also zusammen: Leben in Hamburg kann ich mir nur schwer vorstellen.

Mein Leben in Rostock lässt nichts zu wünschen übrig. Wenn ich Spaß haben will, finde ich ihn. Wenn ich raus muss, ist die Ostsee nicht weit. Trotzdem bleibt immernoch genug Geld im Beutel, da die Preise nicht wie in Hamburg nur für Besserverdienende taugen. Man mag mich bequem nennen und hat damit wohl recht. Ich habe mich in Rostock “festgelebt”.

Zwischenstand: 2:0 für Hamburg. Nach Einbeziehen der Sympathie: 1:1.

Die Liebe… Schön, wenn man sie kennt. Schlecht, wenn sie in eine andere Stadt zieht. Soll ich der Liebe hinterher ziehen? Hält diese Beziehung auch über fast 200km? Will ich eine Fernbeziehung führen? Es ist schwer, die richtigen Worte zu finden. Einerseits - für den emotional denkenen Menschen - sind diese Fragen tabu. Andererseits versuche ich mich immer um Rationalität zu bemühen. Und rein rational können Beziehungen auch mal in die Brüche gehen. Rein rational würde ich mein Leben, das mir gefällt, aufgeben um in eine Stadt zu ziehen, in der ich mich (noch) nicht wohlfühle. Das ist ein verdammt hoher Preis. Rein rational muss ich mich da fragen, ob es mir das wert ist. Zum Glück springt an dieser Stelle wieder mein emotionaler Teil an und schreit ein klar hörbares “JA” in die Welt.

Diese Frage wird wohl nicht zu klären sein - erst recht nicht hier in einem Weblog.

Fakt ist jedoch, dass ich in Rostock bleiben kann und dann auf unbestimmte Zeit eine Fernbeziehung führe. Oder ich gehe nach Hamburg und bin dauerhaft bei der Person, bei der ich mich am wohlsten fühle. Wenn es da nicht eine Stadt drumrum gäbe, die bisher hier nur Sympathie-Minuspunkte sammelt, eine sehr schöne Vorstellung.

Meinen zukünftigen Arbeitgeber suche ich wie eingangs erwähnt zurzeit. Ich weiß, wo ich hin will und ich weiß, dass es Firmen gibt, die mir den Weg dahin ebnen können. Bei einigen davon hab ich mich auch schon beworben. Natürlich auch - als einzige Firma in Rostock übrigens - bei meiner Ausbildungsfirma. Da könnte ich meinen Traumjob bekommen. Ich muss es nur richtig verhandeln. Ich kenne die Leute und die Aufgaben und ich fühle mich dort wohl. Ganz nebenbei gehört die Firma zu einem Konzern, der sehr vorbildlich mit seinen Arbeitnehmern umgeht. Ein klarer Punkt für die Arbeit in Rostock.

Und Hamburg? Dort würde ich noch einmal von vorne anfangen. Neues Team, neue Aufgaben, unbekannte Fahrwasser. Ich scheue den Sprung ins kalte Wasser nicht. Aber es wird mich einiges an Anstrengung kosten, meinen Wert erneut zu beweisen und meinen Platz in einer neuen Firma zu finden. Dafür kann ich dann gleich von vornherein durchstarten, was wahrscheinlich zu einem steileren Anstieg auf der Karriereleiter führt. In Hamburg fange ich als kompetente Fachkraft an, in Rostock werde ich in den Köpfen der ewige Azubi bleiben. Also Ausgleich, was die Arbeit angeht.

Ein erneuter Zwischenstand: 3:1 für Hamburg - die Sympathiepunkte führen zu einem 2:2.

Das Thema Geld ist eigentlich schon abgehandelt. Es bleibt nur noch zu sagen, dass mir die Höhe meines zukünftigen Salärs gar nicht so wichtig ist. Es muss zum Leben reichen und es sollte genug übrig sein, um bei unvorhergesehenen Problemen nicht wieder finanziell ins Rudern zu geraten.

Damit ist wohl der letzte Zwischenstand auch gleichzeitig der Endstand. Es steht also 3:1, wenn ich einfach nur meine Arbeit machen und ein paar Jahre durchziehen will, um mich danach wieder neu zu orientieren. Wenn ich allerdings den Wohlfühlfaktor mit einbeziehe, bin ich in meinen Überlegungen noch keinen Schritt weiter - ein Unentschieden, das ganz gut aussagt, was in letzter Zeit an Gedankenknoten in meinem Kopf gelöst werden wollen.

Vielleicht könnt ihr mir helfen? Habe ich was vergessen bei meinen Überlegungen?

Es gibt auch andere Menschen, die denken wie ich:

„Wir leben in paradiesischen Zuständen“ (gefunden via Unkreativ)

Wann sind wir endlich eine hörbare Minderheit, die zur Mehrheit heranreifen kann?

Ja, ich bin zurzeit mehr als pleite… Unter dieser Maßgabe sollte man wohl auch den folgenden Artikel lesen.

Aber gerade durch meinen derzeit eklatanten Mangel an monetärer Liquidität ist mir aufgefallen, wie sehr unser Leben durch ein paar Zahlen auf Papier oder Metall bestimmt wird.

“Geld regiert die Welt” heißt es so schön. Aber warum? Was ist Geld eigentlich? Und warum kann man ohne heutzutage nicht mehr leben? Geld mag als gute Idee angefangen haben. Als einfache Möglichkeit, Güter miteinander zu vergleichen. Einfach ausgedrückt ist Geld nicht mehr als ein Produkt der Zivilisationsgeschichte. Je spezialisierter die Arbeitsteilung in der menschlichen Gesellschaft wurde, umso komplizierter wurde es, Waren direkt zu tauschen. Also musste ein neutrales Medium her - eben das Geld.

Eigentlich eine gute Sache - ich produziere etwas, tausche es gegen ein paar metallene Münzen, die ich sammeln kann um es dann später wieder gegen etwas einzutauschen, was ich nicht selbst produzieren kann. So weit sehe ich den Nutzen von Geld ein.

Wie aber hat sich diese Idee inzwischen gewandelt? Zunächst erst einmal ist Geld inzwischen selbst zu einer Handelsware geworden. Ausserdem werden mit Geld nicht mehr länger nur Güter bezahlt, auch Dienstleistungen wollen vergolten werden. An dieser Stelle hört allerdings mein Verständnis auf. Wie kann ich eine virtuelle Ware (Geld bzw. Dienstleistungen) mit so etwas virtuellem wie ein paar Zahlen auf Papier, Metall oder auf dem Konto vergleichen?

Für meinen Geschmack wurde die Idee der Vergleichbarkeit von Gütern und der Trennung zwischen den Partnern bei einem Tauschgeschäft in den letzten Jahrzehnten (vielleicht auch Jahrhunderten) pervertiert. Geld ist und bleibt nun mal nur eine Zahl mit mehr oder weniger Stellen und mit oder ohne Minus davor. Man kann mit Geld an sich nicht handeln. Geld sollte nicht mehr als der Mittelsmann bei einem Tauschgeschäft sein.

Ich finde es abstoßend, sein Leben an so etwas virtuellem wie Geld auszurichten. Ich gehe arbeiten - für Geld. Ich wohne in einer kleinen Bude, weil ich mir mehr nicht leisten kann. Ich esse mindestens dreimal die Woche Nudeln, weil vernünftiges Essen zurzeit einfach nicht drin ist. Warum muss das sein?

Eine Lösung zeichnet sich meiner Meinung nach auch schon ganz vage ab. Die Welt heutzutage ist vernetzt. Auch immer mehr soziale Netzwerke (wie Gotfriends) sind im Entstehen. Der Markt (eins meiner Lieblings-Hasswörter) versucht immer stärker, das Netz mit einzubeziehen. Nur wozu braucht es da noch Geld? Durch die starke Vernetzung könnte man heutzutage doch wieder zum guten alten Tauschhandel übergehen. In sozialen Netzwerken sollte zu diesem Zwecke jeder anbieten, was er zu geben im Stande ist. Und wenn jemand etwas davon gebrauchen kann, wird ausgemacht, wie es vergolten werden kann. Klar kann das auch monetär geschehen. Geld kann auch hier ein guter Mittelsmann sein, wenn der “Kunde” nichts anbieten kann, was der Anbieter braucht. Aber vielmehr sollte das “Geben und Nehmen” im Vordergrund stehen. Auf diese Weise müsste auch die vernetzte Menschheit an sich wieder fester zusammen rücken. Durch das Geld haben wir verlernt, dass jeder Artikel im Supermarkt ja auch irgendwann einmal von Menschen hergestellt wurde - wir sind es gewohnt, dass er da ist.

Es ist mein Wunsch und meine Hoffnung, dass ich noch erleben darf, wie Geld seine lebensbestimmende Bedeutung wieder verliert.

Und jetzt ess ich erstmal n paar Nudeln.